Sportler des Monats Oktober 2005
Was für eine Sache! Das AOK Frühstückslauf-T-Shirt durfte in die aufgehende Sonne blicken. 5.895 Meter über dem Meeresspiegel, auf dem Gipfel des Uhuru Peak, Tansania. Kilimanjaro!Der Mann, der es da so glücklich in die Höhe hält, ist Balthasar Spring (63), der Sportler des Monats Oktober. Seine Geschichte ist einfach erzählenswert.

Der lange Weg zum Gipfel - Balthasar Spring
Vor ca. 18 Monaten noch rauchte er 2-3 Packungen Zigaretten am Tag. War bei einer sportärztlichen Untersuchung und bekam das Attest für einen 75jährigen... Und gehörig Angst vor den nächsten Monaten. Empfohlen wurde ihm der AOK Frühstückslauf - zum Anfangen, zum lockeren Ausdauertraining bei guten Trainern.
Zum Glück ist Balthasar Spring ein neugieriger Mensch. Bereit für Neues. So kam er zu uns. Null Kondition, aber Sonne im Herzen. Bald konnte er aus der Anfängergruppe zur nächsten wechseln und auch eine Stunde Dauerlauf funktionierte. Das Rauchen war beendet. Der Kampf dabei hart, aber die Alternative nicht rosig. So hielt er durch und entdeckte, wie viele vor ihm, die Liebe zum und das Besondere am Laufen. Im Januar 2005 startete das Angebot bei jk running Training für den Bewag Halbmarathon. Sofort rief einer ganz laut "hier!" - Balthasar.
Damit begann die neue Leidensphase. Direktes Coaching von Jens Karraß. Dem Nörgler, dem Wundenaufzeiger, dem Laufverbieter. Denn Balthasar war sehr lauftalentiert: Sehr schlank und hochaufgeschossen. Nur die Lunge und die Sehnen waren nicht so ganz dafür gemacht.
Fangen Sie mal einen ein, den die Laufwut gepackt hat. Überzeugen Sie mal einen, der seit über 2 Jahrzehnten im Job für die Firma HTI Bär & Ollenroth Verkaufsleiter für Industrie ist und in ganz Berlin/Brandenburg Verträge abschließt. Der das Wort: "Mensch, nun machen Sie (Du) doch bitte etwas ruhiger" einfach überhört! Harte Coaching-Schule, nette Sticheleien, leichte emotionale Verletzungen.
Mitte Februar das Aus. Ende. Nichts ging mehr. Achillessehne. Beim jk running Training fehlte uns was. Unser Vorbild... Mühsam gelang Linderung. Gerade rechtzeitig zum Trainingslager Sächsische Schweiz. Wieder hartes Coaching. Aber hat das Spaß gemacht! Balthasar Spring zum Umkehren, Zurücklaufen, langsam machen, ausruhen zu überzeugen - ohne Worte! Aber nach der Woche hatte ich ihn gepackt: Seine Sehne war in Ordnung. Er fing an, an seinen Coach zu glauben. Noch 7 Tage bis zum Halbmarathon.
Zwei Tage später grippaler Infekt. Am Boden zerstört. Den Kampf mit seinem Hausarzt hatte er verloren: "Nur auf eigene Kappe laufen Sie am Sonntag da mit!". Da stand er vor mir. "Jens, ich verstehe das nicht. Ich hatte 40 Jahre keine Probleme, ich war nie krank. Ich habe geraucht, fett gegessen, bin nur Auto gefahren. Und jetzt, wo ich alles gesund mache, da werde ich andauernd krank. Erst die Sehne, jetzt die Grippe. Ich weiß nicht, ich höre auf, das ist nichts für mich." Er meinte es todernst. Seine Enttäschung war so groß, denn 20 andere aus der jk running Crew würden Sonntag an den Start gehen. Ich erklärte ihm, dass die Sehne eine normale Reaktion zeigte, so wie er eingestiegen war. Und eine Grippe, Erkältung hatten wir alle gehabt. Das war nichts balthasarspezifisches im Winter 2005. "Komm, kurier' Dich aus und wir machen zusammen die 25km von Berlin!" Ein wenig hatte ich ihn beruhigt.
Telefonanruf auf meiner Mailbox, direkt nach dem 25km Lauf: "Jens, wenn ich es könnte, dann würde ich Dich in Gold aufwiegen. Das war das Schönste was ich je erlebt habe. Ich bin genau die Zeit und das Tempo gelaufen, wie Du mir gesagt hast. Ich habe in Ruhe getrunken und als es ins Olympiastadion ging, da mußte ich vor Glück schreien!"
Nun, lieber Balthasar, danke für die Blumen, aber das hast Du alles ganz
alleine geschafft! Du hast so eine Energie, die musste ich nur in die richtigen
Bahnen lenken.
Die 53' über 10km bei der CityNacht und die Unterbietung der 2h beim Mercedes-Halbmarathon
erwähnen wir hier nur ganz kurz. Aber dann ging es zu Deinem großen
Ziel, nach Afrika. Und Du hast auch das geschafft. Gratulation und alles Gute
für den ersten Marathon in 2006. Wir werden gemeinsam in NYC an den Start
gehen. Ob das dann erst Dein erster Marathon sein wird? Wer weiß? :-)
Liebe Freunde und Bekannte, und ehemaligen Arbeits- und Geschäftskollegen von Balthasar Spring, er ist nicht nur ein superfitter Pensionär, sondern auch UNICEF Lauf-Botschafter geworden. Wenn Sie denken, dass er ein Vorbild ist, dann spenden Sie doch für seine Leistungen einen Betrag auf das Konto des UNICEF Lauf-Botschafter-Clubs und helfen Sie damit Kindern in der Dritten Welt. Vergessen Sie nicht den Namen von Balthasar als Verwendungszweck anzugeben, damit wir ihm die frohe Botschaft überbringen können.
Running for Children e.V.
Commerzbank Berlin
BLZ 100 400 00
Kto 441 441 3
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